Bruck im Spannungsfeld zwischen Verkehr und Aufenthaltsqualität
In der Bewertung der derzeitigen Verkehrssituation ist sich der überwiegende Teil der Bürgerschaft und der politischen Gruppierungen einig: Der starke Kfz-Verkehr beeinträchtigt seit Jahrzehnten die Aufenthaltsqualität – nicht nur in unserer Innenstadt.
Das aus Sicht der Brucker Bürgervereinigung (BBV) erfreuliche Ergebnis des Bürgerentscheids im Januar 2026 und die im folgenden Frühjahr formell umgesetzte Verlegung der B2 löst diese Probleme nicht unmittelbar. Aber mit der Gestaltungshoheit entlang der bisherigen B2-Trasse erhält die Stadt echten Handlungsspielraum für eine zukunftsorientierte Entwicklung der Innenstadt.
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Wir nehmen die mit der Verlegung der B2 verbundenen Sorgen vieler Bürgerinnen und Bürger, insbesondere im Westen der Stadt, sehr ernst. Tragfähige Lösungen können nur gemeinsam entstehen. Deshalb setzen wir auf eine starke Bürgerbeteiligung – in Form eines Bürgerrats – sowie auf die frühzeitige und umfassende Einbindung der Gewerbetreibenden.
Ziel ist eine verkehrsberuhigte Innenstadt mit spürbar höherer Aufenthaltsqualität, die zugleich den lokalen Einzelhandel stärkt. Grundlage aller Entscheidungen müssen belastbare Verkehrs- und Planungsmodelle sein, mit denen sich die Auswirkungen möglicher Maßnahmen auf das gesamte Stadtgebiet realistisch bewerten lassen. Erst auf dieser Basis sollen Entscheidungen getroffen werden.
Durchfahrtsverbote für den Schwerlastverkehr sind dabei ein wichtiges Instrument, um zu verhindern, dass sich Lkw unerwünschte Ausweichrouten durch Wohnquartiere suchen.
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Das Auto ist Teil eines integrativen Verkehrskonzepts. Wir wissen, dass es Lebensphasen und -situationen gibt, in denen Menschen auf ein Kfz angewiesen sind. Jedoch machen vermeidbare Fahrten – insbesondere unter fünf Kilometern – einen erheblichen Anteil des innerstädtischen Verkehrs aus. Hier besteht konkretes Potenzial zur Entlastung.
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Rund um die Innenstadt stehen zahlreiche Parkmöglichkeiten zur Verfügung: an der Kirchstraße, der Dachauer Straße, auf dem Viehmarktplatz, auf der Lände sowie auf dem weiterhin gebührenfreien Volksfestplatz. Diese Stellplätze sind für die meisten Innenstadtbesucher fußläufig gut erreichbar. Für mobilitätseingeschränkte Menschen sollen zusätzliche Behindertenparkplätze direkt im Zentrum geschaffen werden.
Ein geplantes digitales Parkleitsystem kann unnötige Suchfahrten reduzieren und Autofahrer*innen gezielt zu freien Stellplätzen führen.
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Um echte Alternativen zum Auto zu bieten, müssen Fuß- und Radverkehr konsequent weiterentwickelt werden. Dabei sind die Bedürfnisse von Kindern, älteren Menschen und mobilitätseingeschränkten Personen besonders zu berücksichtigen. Dazu gehören barrierefreie Wege und Haltestellen, sichere Straßenquerungen sowie verständliche und leicht nutzbare Mobilitätsangebote.
In den vergangenen Jahren wurde bereits vieles erreicht: sichere Fahrradabstellanlagen an beiden Bahnhöfen, Mobilitätsstationen mit Lastenradverleih, Carsharing-Angebote an zehn Standorten sowie der barrierefreie Ausbau zahlreicher Bushaltestellen. In der Schöngeisinger Straße gilt werktags Tempo 20 – kontrovers diskutiert, aber spürbar angenehmer für Fußgänger:innen, Radfahrende und Anwohner:innen, auch mit Blick auf den Lärmschutz.
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Trotz bereits erreichter Fortschritte fehlen weiterhin durchgängige und sichere Radverbindungen auf den großen Achsen – insbesondere entlang der bisherigen B2-Trasse (Nord–Süd) sowie zwischen Innenstadt und dem zweiten Stadtteilzentrum Buchenau (Südwest–Nordost). Daran soll in den nächsten Jahren gearbeitet werden.
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Ein leistungsfähiger öffentlicher Nahverkehr ist ein zentraler Schlüssel zur Reduzierung des Individualverkehrs. Dazu gehören dichtere Taktungen, verlässliche Verbindungen auch an Sonn- und Feiertagen, eine bessere Anbindung der Stadtteile und des Umlands sowie attraktive Tarifangebote. Für das Stadtgebiet setzen wir uns für den verstärkten Einsatz von Elektrobussen ein. Beim Ausbau der S4-Trasse unterstützen wir den viergleisigen Ausbau, um eine zuverlässigere Verbindung mit engerem Takt für die vielen Pendlerinnen und Pendler aus Fürstenfeldbruck zu erreichen.
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Die Elektromobilität soll weiter gestärkt werden. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos muss konsequent vorangetrieben werden.
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Gelingt es, den Kfz-Verkehr in der Innenstadt spürbar zu reduzieren, steigt die Aufenthaltsqualität deutlich. Davon profitieren Verweildauer, Fußgängerverkehr, lokaler Handel und das städtische Leben insgesamt. Außenflächen von Geschäften und Gastronomie können attraktiver gestaltet und neue Orte der Begegnung geschaffen werden.
Der Umbau des südlichen Viehmarktplatzes zeigt, wie Aufwertung gelingen kann. Auf der Lände und im Bereich der Aumühle, am Niederbronnerplatz und entlang der Amper bestehen weitere Potenziale für Grünflächen, Begegnungsorte und kleinere Veranstaltungen.
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Trotz der erreichten Fortschritte liegt noch ein weiter Weg vor uns. Kurzfristig gilt es, die Ertüchtigung der Amperbrücke zügig anzugehen. Ein zusätzlicher Fußgängerüberweg in der Mitte der Hauptstraße könnte nach der Verlegung der B2 eine erste, einfache und wirksame Maßnahme sein.
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Fürstenfeldbruck braucht eine Verkehrspolitik, die alle Verkehrsarten berücksichtigt, ohne einzelne Gruppen zu benachteiligen. Ziel ist ein modernes, nachhaltiges und sozial gerechtes Konzept, das Mobilität erleichtert und die Aufenthaltsqualität in der gesamten Stadt spürbar verbessert.
Dafür steht die BBV!