Oktober 2026 - Stadtrat II

Hochschulstadt per Ortsschild – wenn’s weiter nichts braucht.

Fürstenfeldbruck soll „Hochschulstadt“ werden. Mit 21:19 Stimmen haben CSU, Grüne, Freie Wähler, FDP und ÖDP im Stadtrat den Antrag auf den neuen Namenszusatz durchgesetzt. Jetzt muss noch das Landratsamt zustimmen.

Dann könnten 30 Ortsschilder angepasst werden. Wo der Titel sonst noch auftauchen soll, darüber wollen sich die Antragsteller erst noch Gedanken machen. Bemerkenswert: Die Antwort steht schon fest, die Überlegungen dazu folgen später.

Natürlich hat Fürstenfeldbruck eine angesehene Polizeiausbildung. Deren Wert steht für uns außer Frage. Nur: Was genau verbessert ein zusätzlicher Schriftzug für die Menschen in unserer Stadt?

Entsteht dadurch studentisches Leben? Kommen neue Studienangebote? Wächst die Verbindung zwischen Hochschule und Stadtgesellschaft? Oder haben wir am Ende vor allem eines: neue Schilder?

Ein Ortsschild ist schließlich geduldig. Es verlangt weder ein Konzept noch einen Nachweis, dass hinter dem Titel auch eine Entwicklung steckt.

Wer Fürstenfeldbruck als Hochschulstadt voranbringen möchte, sollte konkrete Voraussetzungen schaffen: mehr Austausch, sichtbares studentisches Leben und Perspektiven für den Hochschulstandort. Dafür braucht es Ideen, Partner und echte Arbeit. Für einen Namenszusatz genügt offenbar eine knappe Mehrheit.

Als Nächstes könnten wir überlegen, die Ortsschilder um den Zusatz „Metropole mit S-Bahn-Anschluss“ zu erweitern. Die S-Bahn ist schließlich schon da. Den Rest zur Metropole können wir dann nach demselben Prinzip nachreichen.

Wir als BBV hätten diese Reihenfolge bevorzugt: erst etwas entwickeln, dann damit werben. Die Mehrheit im Stadtrat setzt lieber schon einmal die Überschrift. Der passende Inhalt wird sich hoffentlich noch finden.

Bruck braucht Politik, die im Alltag etwas verändert. Auf dem Ortsschild allein ist der Fortschritt schnell untergebracht.

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